| 1.Wichtigste Aufgabe der Unternehmensleitung ist gewinnbringender Verkauf. Auch der Vorstand muss persönlichen Kontakt zum Kunden halten. Dort erfährt er hautnah, was in seinem Unternehmen schlecht läuft. Hierfür darf der Vorstand nicht der berühmte "Generalist" sein, sondern muss sein Produkt kennen und mindestens in einem Teilbereich Fachkompetenz haben. |
Der
Vorstand oder Geschäftsführer eines Unternehmens hat viele
Aufgaben wie Festlegung der Strategie, Personalpolitik, Kostenkontrolle,
Aufbau - und Ablauforganisation, Unternehmensplanung, Entwicklung und
Firmenübernahmen. Hierüber gerät er leicht in Gefahr,
den Verkauf den zuständigen Abteilungen zu überlassen. Diese
erhalten zwar Vorgaben für den Absatz und die Preisbildung. Werden
die Ziele aber nicht erreicht , ist die beliebteste Maßnahme das
Auswechseln von Personal. Dem Unternehmensleiter geht das Gefühl
für den Markt verloren; dieses kann er nur durch persönlichen
Kontakt zum Kunden wachhalten.
Ich habe Unternehmensleiter kennengelernt, die
seit 10 Jahren keinen Kunden mehr gesehen hatten. |
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2. Die beste Methode, das Unternehmen wirklich bekannt zu machen, sind nicht teure Werbeanzeigen, sondern Fachvorträge auf Kongressen und Symposien mit Diskussionen. |
Sollen
die Kunden bei Ihnen kaufen, müssen sie Ihre Firma und Ihre Produkte
kennen. Um das zu erreichen, denken Sie vermutlich zuerst an Werbeanzeigen.
Vor allem bei Investitionsgütern wird deren Wirkung jedoch erheblich
überschätzt. In Anzeigen kann man die Vorzüge der Produkte
nicht genügend deutlich machen und gegenüber anderen abgrenzen.
Allgemeine Slogans helfen da wenig. Es gibt weltweit zahlreiche Kongresse,
Seminare, Symposien und ähnliche Veranstaltungen, bei denen Sie
Ihre Firma durch kompetente Fachvorträge und Teilnahme an Diskussionen
bekannt machen können. Auch bei wissenschaftlichen Veranstaltungen
können Sie Ihre Firma durch ein dezentes Logo auf Bildern, Tabellen
und Diagrammen vorzeigen. Besonders wirkungsvoll sind solche Veranstaltungen
natürlich in Verbindung mit Messen. Oft haben sich Messen aus derartigen
Veranstaltungen entwickelt, bei denen erst nur Prospekte verteilt wurden
und daraus kleine Ausstellungen entstanden. |
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3.Durch Mitarbeit in Verbänden wie VDMA lernt man den Wettbewerb kennen und kann ihn besser einschätzen. Außerdem bietet gerade z.B. der VDMA eine Fülle von Dienstleistungen, die sich vor allem kleinere Unternehmen sonst nur schwer beschaffen können. |
Zur weiteren Förderung des Verkaufs empfehle ich Ihnen dringend, bei zuständigen Verbänden wie dem VDMA aktiv mitzuwirken. Dort treffen der Verband und seine Mitglieder eine Auswahl der Messen, an denen Sie und der Wettbewerb teilnehmen sollten. Bei der Fülle der Angebote und der hohen Teilnahmekosten ist das oft eine schwere Entscheidung. Außerdem kann der Verband seinen Einfluss bei den Messegesellschaften geltend machen, damit wichtige Messen im In-und Ausland sich nicht überschneiden bzw. zu oft stattfinden. Neben dem persönlichen Kontakt zum Wettbewerb stellt der Verband auch Beziehungen zu interessierten Lizenznehmern und Vertretern her. Er organisiert gemeinsame Forschungsprojekte, gibt Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch, hilft bei der Einschätzung der Marktsituation in verschiedenen Ländern und bietet Beratungsdienste für Recht, Versicherungen und Steuern an.
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4.Die Bearbeitung von Anfragen muss verfolgt werden. Eingangsdatum, Betreff, Bearbeiter, Preis, Abgabedatum und regelmäßige Nachfassdaten können mit einem einfachen EDV-Programm verfolgt werden. |
Häufig
habe ich erlebt, dass Anfragen nicht bearbeitet wurden, weil der hiermit
Beauftragte aus unterschiedlichen Gründen keine Lust hatte, und
diese dadurch mit der Zeit in Vergessenheit gerieten. Sie müssen
zumindest dem Kunden mitteilen, warum Sie in bestimmten Fällen
kein Angebot machen.
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5.Für den weltweiten
Vertrieb haben sich - soweit nicht eigene Niederlassungen lohnen
- kombinierte Verträge für Lizenz-Fertigung eines Teiles und
Vertretung des Restes der Produkte bewährt. Der Lizenznehmer und
Vertreter hat ein doppeltes Interesse! |
Eine Vertretung arbeitet viel begeisterter beim Verkauf mit, wenn sie nicht nur eine Provision erhält, sondern bestimmte Teile des Produkts in Lizenz selbst herstellen kann. Das führt zu einem wettbewerbsfähigen Preis und erhöht den Profit des Vertreters. Gleichzeitig nehmen Sie ihn mehr in die Pflicht, selbst auch für das gute Funktionieren der Anlage und der Abwendung von Garantieleistungen zu sorgen. | |||||
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6.Fremdwährungen immer absichern, auch wenn es noch so unnötig erscheint.
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Können
Sie den Preis nicht in der eigenen Währung festlegen, müssen
Sie die Fremdwährung über Banken absichern. Das ist zwar teuer,
schützt aber vor nicht absehbaren Verlusten. Auf keinen Fall sollten
Sie darauf spekulieren, dass der Kurs der Fremdwährung steigt,
und Sie dadurch den Gewinn erhöhen könnten. Währungsspekulationen
sind nicht das Handwerk industrieller Unternehmen; sie haben schon viele,
auch große Konzerne, an den Rand des Ruins gebracht. |
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7.Statt für nützliche Abgaben die entsprechenden Aufwendungen besser zur Steigerung der Qualität und Weiterentwicklung der Produkte verwenden. |
Korruption ist strafbar und ein Übel, das weltweit große wirtschaftliche und soziale Schäden anrichtet. Auch das Unternehmen selbst richtet sich auf die Dauer zugrunde, wenn große Summen für Bestechung statt für Qualitätssicherung und Neuentwicklung ausgegeben werden. | |||||
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8. Wenn bekannt ist, dass Kunden die Zahlung der letzten 5% mit tausend Tricks verzögern oder gar ganz einhalten, vorher einkalkulieren.
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Leider haben viele Kunden, auch große und angesehene Firmen, eine regelrechte Kunst entwickelt, Zahlungen aus den unterschiedlichsten Gründen zu verzögern. Legitim ist, wenn Kunden hierdurch Lieferanten anhalten wollen, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Oft sind es jedoch nur fadenscheinige Gründe des Kunden, um Zinsen zu sparen. Billigeres Geld, als nicht bezahlte Lieferantenrechnungen, gibt es nicht. Das müssen Sie vorher bei der Preisbildung berücksichtigen.
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9.Bei der Auftragsabwicklung muss der Kunde jede von ihm gewünschte Ergänzung oder Änderung bezahlen. Er wird das verstehen, weil er selbst Aufträge mit Kunden abwickelt. Der Kunde ist nicht der König, vor dem man dienern muss, sondern soll Partner sein. |
Bei der Auftragsabwicklung fällt es meistens am schwersten, die kalkulierten Montagekosten einzuhalten. Tatsächlich können Erschwernisse auftreten, die vorher nicht abzusehen waren. Meistens sind es jedoch andere Ursachen:
Die Gespräche müssen Sie so führen, dass sich der Kunde als Partner empfindet.
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| 10.Anstelle von Pönalen - sollten sie doch anfallen - Ersatzteile anbieten; das lindert den Schmerz. Haftung für Folgeschäden, wenn man sie übernehmen muss, auf jeden Fall in der Höhe begrenzen. Bei Wahl des Schiedsgerichts nicht nur Ort, sondern auch geltendes Recht festschreiben. |
Wenn
der Kunde zu Recht Vertragsstrafen geltend macht, bieten Sie statt dessen
immer Ersatzteile an. Das ist für beide Seiten von Vorteil. Ich bin an einem Erfahrungs - und Meinungsaustausch mit Ihnen sehr interessiert. Besuchen Sie hierzu mein neu eingerichtetes Forum. |
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